Es gibt für alles auch ein letztes Mal..

Je näher das Ende rückt, umso weniger komme ich zum Blog schreiben. Das liegt hauptsächlich daran, dass mir „dank“ der Sommerferien meine 3 h Freizeit am Vormittag fehlen. Aktuell heißt es nur gegen halb/um 8 Uhr aufstehen, frühstücken (mal in Ruhe, mal sind die Jungs schon am rumspringen) und dann bis um 5/halb 6 Jungs bespaßen. Abends stand dann immer mal was an oder ich hatte einfach keine Lust mich um den Blog zu kümmern. Aber hier sitze ich nun wieder, um euch von einem der schönsten Wochenenden in Dublin zu berichten. Mein Schwager und sein Bruder waren nämlich vorletztes Wochenende zu Besuch. Und es tat echt gut Mal wieder mit männlicher Begleitung unterwegs zu sein. Nichts gegen all die lieben Mädels, die ich hier kennen gelernt habe. Aber irgendwie komm‘ ich manchmal mit „Jungs“ besser aus.^^ Die beiden reisten Donnerstag an und erkundeten Stadt und Lokale schon einmal ohne mich. Ich gesellte mich dann Freitagabend dazu. Meine Gasteltern waren so lieb, mir das ganze Wochenende frei zu halten und das Sitten schon Donnerstagabend zu nutzen. Noch dazu kam meine Hostmum dann Freitag sogar schon gegen 3 Uhr heim. Ich hab mich also in Ruhe fertig gemacht und bin dann gegen 4 Uhr los in Richtung Stadt. Mein Schwager schickte mir ihren Standort: Temple Bar. Na alles klar. :D Dort angekommen gab es erst einmal eine Runde Bulmers für alle. Das tat vielleicht gut, denn obwohl früh noch groß Gewitter und Sauwetter angesagt war stand inzwischen die Sonne strahlend am blauen, klaren Himmel und es war ganz schön warm. Ich stellte außerdem fest, dass ich der Temple Bar in meiner Zeit in Dublin vielleicht doch mehr Chancen hätte geben sollen. Denn es ist schon schön dort. Aber eben viele Touristen, man wollte sich ja doch mehr unters heimische Volk mischen. (Was im Ende auch nicht so geklappt hat, aber naja.. :D) Irgendwann bekamen wir dann alle etwas Hunger und wanderten ins „The Quays“, das ist ein Pub mit zugehörigem Restaurant. Erfolg bezüglich einem guten Geschmackserlebnis garantiert, denn das hatten wir ja schon im März ausgetestet als meine ganze Familie da war. Dort bestaunten wir dann die Kochkünste dank gutem Blick auf die Küche und hatten ein leckeres Abendessen. Anschließend wollten die Pubs weiter besucht werden. Es ging ins Doyles, das hatte meine Familie im März erspäht, aber wir haben es dort nicht hin geschafft. Also wagten wir den Versuch. Raus aus Temple Bar, Richtung Trinity College und vorher links um die Ecke rum. Im Gegensatz zur Temple Bar war dieser Pub förmlich leer gefegt. Naja nicht ganz, aber schon verrückt, dass 3 Straßen weiter erheblich mehr los ist. Das Bier schmeckte dort auch, aber groß Stimmung war natürlich nicht. Deshalb ging es weiter ins „Train Pub“, das O’Reileys. Das befindet sich direkt unter der DART Station „Tara Station“ und man hört die Züge über dem Pub entlang rattern. Die Atmosphäre und die Location sind ganz cool und das Bier ist günstig. Den beiden Männern hat es auch gefallen und wir sind dort dann ein Weilchen geblieben. Mit der letzten LUAS ging es für mich dann zurück und ab ins Bett.

Am nächsten Morgen hatten wir uns dann auf der Baggott Street verabredet, dort sollte eine Distillery zu finden sein. So ganz eindeutig war das alles nicht, aber wir wollten es trotzdem versuchen. Ich war etwas zu zeitig und schnüffelte ein bisschen in der Gegend rum. ’ne Distillery habe ich nicht gefunden, aber die Straßenzüge dort sind ganz hübsch. Ich bog in eine Seitenstraße ein, Blick immer zurück, falls die beiden Herren vorbei kamen. Das taten sie dann auch irgendwann, aber ich war zu weit weg als das ich rufen wollte. Also bin ich schnell zurück geflitzt und hab sie dann aber doch erst am Treffpunkt wieder eingeholt. Dort hatten sie schon selbst vermutet, dass das wohl nichts wird mit Distillery anschauen und Whiskey kaufen. Da war natürlich die große Frage: Und jetzt? Da sie nicht wirklich noch mehr Sightseeing in Town machen wollten, entschlossen wir uns letztendlich dazu, nach Howth zu fahren. Also ab zur DART. In Howth angekommen lockte erst einmal der „Bloody Stream“. Ich zitiere: „Das 11-Uhr-Bier ist schon ganz schön überfällig.“ Na dann. Mir war noch nicht wieder nach ’nem Pint und ich nahm ’nen Cappuccino. Bevor wir ins Pub rein sind, war das Wetter zwar bewölkt, aber insgesamt nicht schlecht. Als wir wieder raus sind und uns auf dem Weg zum Hafen gemacht haben, lag dieser plötzlich im Nebel. Na toll. Im März wehte es uns vor lauter Wind fast vom Pier, diesmal sah man diesen kaum mehr. Wir machten uns trotzdem zum Leuchtturm auf. Auf dem Weg dort hin kamen wir ins diskutieren über die ganzen Segelboote im Hafen. Die liegen dort nämlich so im Wasser rum und keiner von uns konnte sich erklären, wie die Besitzer dort hin gelangen. In einem der Segelboote bereitete sich einer darauf vor, in See zu stechen. Wie er dort hin gekommen war, wussten wir nicht. Kein Ruderboot oder so, was daneben anlag. Dem sahen wir ein Weilchen zu. Dabei kamen zwei alte irische Opis im Paddelboot im Schneckentempo angerudert. Also einer ruderte, der andere saß nur hinten drin. Nicht ganz nachvollziehbar. Die beiden laberten dann erst ein mal mit dem auf dem Segelboot. Wir warteten jedoch nur darauf, dass die zwei irgendwie in eines der anderen Boote klettern würden, damit wir sehen konnten was mit dem Paddelboot passiert. Aber die machten nur an einer der Bojen fest, machten sich dort dann irgendwann wieder los und ruderten zur Piermauer… Ach nee, das war uns zu doof. Weiter zum Leuchtturm. Dort guckte uns eine Robbe freundlich aus der Hafeneinfahrt an. Als Uwe die Kamera zückte, tauchte sie ab. :D Auf dem Weg zurück waren auf dem Segelboot plötzlich zwei Leute. Unfassbar. Da standen wir dort so lange, nichts ist passiert. Und dann ist man 5 Minuten weg. Wie aus dem Nichts ein zweiter an Bord. Wir hielten uns dennoch nicht länger damit auf und liefen zurück an den Anfang des Piers. Dabei zog es auch wieder auf und die Sonne kam durch. Also machten wir uns auf in Richtung Cliffwalks. Am Parkplatz angekommen zog schon wieder Nebel über die Bergspitzen, aber wir entschieden uns dann doch eine der kleineren Runden zu laufen. Ist ja landschaftlich echt schön. An den ersten Klippen gab es erst einmal Diskussionen, ob ein Sprung ins Wasser so angebracht wäre. Aber man bleibt wohl doch eher im Felsen weiter unten stecken. Wer weiß, es wollte keiner austesten. ;) Der Cliffwalk war trotz es seltsamen Wetters gut besucht. Wir waren unterwegs ständig am Jacke an und wieder ausziehen, da die Temperaturen echt total schwankten. Der Nebel brachte kühle Luft, aber stellenweise war es dann auch einfach total tropisch: hohe Luftfeuchtigkeit vom abgezogenen Nebel und die warme Sonne von oben. Sowas hab ich hier auch noch nicht erlebt gehabt. Da die Wettervorhersage eigentlich eher Regen und kühl sagte, hatte ich gemeint, sie brauchen keine kurzen Hosen. Na da durft ich mir vielleicht ein paar blöde Sprüche anhören über’s Wochenende…^^ Vom Leuchtturm sah man leider nichts, der Nebel hielt sich dort wacker. Aber der Anblick war dennoch gigantisch. Dicke Nebelschwaden vor der Küste und über der Dublin Bay. In der Ferne lugten die Wicklow Mountains aus den Wolken hervor. Und die Natur stand in saftigem Grün, überall wuchs Farn und dazwischen gelb und violett blühende Sträucher und Büsche. Wahnsinn! Noch viel schöner als beim letzten Mal.

Vom Leuchtturm ging es dann über den Berg zurück nach Howth. Dort schlenderten wir über den Food Market und entschieden uns für Lammburger. Und danach ging es noch auf ein erfrischendes Pint ins Pub bevor wir die DART zurück nahmen. Wir machten einen Abstecher ins Hostel, da den beiden nach einer Dusche war und ich genoss derweil den Ausblick vom Balkon. Denn im Laufe des Tages hatte ich da schon tolle Geschichten gehört. Der Ausblick bietet eine kleine Nebenstraße mit teilweise fragwürdigen Nachtclubs, ein paar Mülltonnen hinter denen Obdachlose schlafen oder sich Junkies auch einfach Mal eine Spritze setzen und andere seltsame Dubliner Gestalten. Kurzum: die unschöne Seite Dublins. Der berühmte Vorführeffekt hielt das Programm in Grenzen während ich auf dem Balkon saß. Aber es war ja auch noch nicht so spät am Abend. Wir machten uns dann wieder auf in noblere Gefilde. Gen Stephens Green in den Celtic Whiskey Shop, auf ein Pint ins kleinste Pub Dublins (echt stickig da drin, aber kann man schon mal erlebt haben) und dann zu meinem Hostdad auf Arbeit. Der hatte angeboten, er könnte mir einen Tisch reservieren. Was ich natürlich nicht ausschlagen wollte. Nobel geht die Welt zugrunde. Wir fühlten uns etwas unwohl neben den Damen in Kleid und High Heels und den Männern im Jackett. Aber mir wurde beteuert, das wäre schon okay. Nach 10 Minuten waren wir dann auch ganz entspannt. Das Essen war echt super und das ganze Haus ist echt toll. Aber mir wurde auch bestätigt, dass es schon richtig war, dass ich da nicht eher schon einmal rein gegangen bin. Ich konnte mir schon denken, dass es dort etwas schicker zugeht. Haben es ja aber trotzdem genossen. Zum Ausklang des Abends ging es dann noch auf ein Pint ins Sinnotts. Danach wollten wir eigentlich noch Bier kaufen, denn die Männer wollten noch was mit ins Hostel nehmen. Dabei habe ich dann nach 9 Monaten in Irland noch was neues gelernt: kein Alkoholverkauf nach 22 Uhr. Düdüm. Naja sie hatten ja eine Kostprobe im Whiskeyshop mitgenommen. Hinweis dazu: Irish Mist hält, was es verspricht: Ist Mist!

Für Sonntag hatten wir keine genaue Zeit ausgemacht, also hab ich mehr oder weniger ausgeschlafen, war duschen und Haare waschen und bin nach dem Frühstück in die Stadt. Da ich von den beiden noch nichts gehört hatte, bin ich ins St. Green Shopping Centre um ein bisschen rumzuschauen. Und als ich aus TK Maxx rauskomme und den Gang entlang schaue denke ich nur so: „Hey, die kennste doch!“. Waren die doch tatsächlich auch dort. Lustiger Zufall. Es ging dann noch etwas Souvenirs shoppen und zum Abschluss für Lunch noch einmal in die Temple Bar. Die hatte es den beiden echt angetan. Kurz nach 3 Uhr sind sie dann gen Flughafen. Damit hatte ich meinen letzten Irland-Besuch verabschiedet. Nur noch 4 Wochenenden bis ich die Familie verlasse…

Ich habe meine Shoppingrunde weiter fortgesetzt und mir dann irgendwann einen Kaffee geholt und mich ans Liffey-Ufer gesetzt. Denn ich wartete auf Anja und ein paar andere. Wir wollten auf eine Boots-Party. Als ich da so rumsaß, sprach mich plötzlich ein Rumäne an und erklärte mir seine Weltansicht. Anscheinend hatte er etwas Redebedarf. War ganz nett, aber ich konnte ihm nicht immer ganz folgen. Aber ja sagen und nett lächeln hat ihm gereicht. :D Glücklicherweise dauerte es nicht lange und Anja, Andrea, ihr Bruder und Francesca waren angekommen. Auf zum Boot! Die Party war echt cool. Leider war es Anjas Abschiedsparty und das letzte Mal gemeinsam Feiern in Dublin. Das haben wir aber auf alle Fälle mit Stil gemacht. War ein sehr schöner Abend.

Verabschieden mussten wir uns am Mittwoch danach. Letzter gemütlicher Abend im Haus von Anjas Gastfamilie und dann der große Abschied. Überraschender Weise konnte ich meine Tränen zurückhalten. Bin da ja sonst immer sehr am Wasser gebaut. Aber so richtig habe ich es eh erst ein paar Tage später realisiert, dass ich sie so schnell nicht wiedersehe. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an dich, liebe Anja, für unsere vielen schönen, gemeinsamen Abenteuer. Bin echt froh, dich kennen gelernt zu haben. <3

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