Heimatbesuch mit dramatischem Abgang

Vorletztes Wochenende war ich wie schon angekündigt daheim. Es waren großartige vier Tage. Mein Lieblingsschwager hat mich vom Flughafen in Berlin mit heim genommen und dann haben wir abends bei meinen Eltern und mit meiner Schwester und Nichte gemütlich Abendbrot gegessen. Habe mich natürlich riesig gefreut alle wiederzusehen. Selbst unsere Nachbarin hat ganz begeistert rüber gewunken als ich die Beerensträucher im heimischen Garten abgeklappert habe. Etwas, was mir hier in Irland sehr fehlt. Samstag stand dann die Hochzeit meines Cousins an. Also früh gemütlich aufgestanden, gefrühstückt und dann hat mir Mutti eine voll schöne Frisur gezaubert. Das Kleid hat zum Glück auch noch gepasst. :D Nachdem ich Freitag mit Regen in Berlin begrüßt wurde, war der Himmel Samstag dann gnädiger und bescherte uns Sonne und angenehme Temperaturen. Das Brautpaar sah natürlich bezaubernd aus und die Trauung sowie die anschließende Feier waren echt schön. Bin sehr froh, dass ich dabei sein konnte. Da wir erst früh um 4 Uhr daheim waren, stand Sonntag dann natürlich ausschlafen an. Dann mehr Brunch als Frühstück. Und danach kam endlich meine Mähne ab. Darauf hatte ich mich schon soooo gefreut. Die waren einfach echt lästig. Abends dann Grillen in Familie und anschließend WM-Finale gucken bei meiner Tante. Die hatten anlässlich des Geburtstags meines Onkels ihr eigenes „Public Viewing“ organisiert. War sehr lustig und auch gut, dass ich da gleich noch einen Teil der Familie wiedergesehen hab. Es wurde natürlich wieder recht spät, aber das war es am Ende ja wert. Den Sieg Deutschlands daheim verfolgen zu können war so ein bisschen das Tüpfelchen auf dem i an diesem Wochenende.

Montag gab es dann noch ein bisschen was abzuklären und um 8 Uhr startete der Fernbus von Chemnitz gen Berlin. Und das war dann noch einmal Drama pur. Eigentlich wollte ich in den 3 h Fahrt einfach nur schlafen, da das am Wochenende ja etwas zu kurz gekommen war. Aber Pustekuchen. Ich hatte nämlich nur 35 Minuten zwischen Ankunft am Flughafen und Schließen des Gates. Ja, etwas knapp. Aber die Busse sind eigentlich immer pünktlich, viel los würde um die Zeit nicht sein und große Baustellen sind auf der Strecke auch nicht. Also durchaus machbar. Blöd nur, wenn der Busfahrer einem dann kurz nach Start erklärt, dass neuerdings eine halbe Stunde Pause zusätzlich eingelegt werden muss zwischen Chemnitz und Dresden. Waaaaas? Er kündigte 20 Minuten verspätete Ankunft in Dresden an. Also ich ganz optimistisch, das fährt der bestimmt dann fast raus bis Berlin. Hab dann noch einmal nachgefragt und wurde enttäuscht. „Nee na wir haben dann überall so 25-30 Minuten Verspätung.“ Ohje… Naja da saß ich nun. Kurz vorm heulen und im Kopf schon den Flug neu buchend und die Nacht auf dem Flughafen verbringend. An schlafen war natürlich nicht zu denken. Obwohl ich so erschöpft war, dass es mich doch mal kurz wegzog. Ich wurde dann wieder etwas optimistischer je näher wir an Berlin ran kamen. Aber das Navi auf meinen Handy nahm die Hoffnung ganz schnell. Ankunft 21.50 Uhr. 21.55 Uhr schloss das Gate. Bittend und flehend saßen wir da. 21.45 Uhr kam der Flughafen in Sicht, aber es waren irgendwie trotzdem noch gefühlte 10 Abfahrten bis die richtige endlich kam. Dann waren natürlich noch alle Ampeln rot. Der Fahrer schlich förmlich gen Busparkplatz (ich glaube er darf dort echt einfach nicht schneller fahren^^). Dann natürlich erst noch das Tor öffnen und wenden bevor er halten konnte… Ach Menno.. 21.50 Uhr sprang ich aus dem Bus, mein Koffer war schon ohne dass ich von der Verspätung wusste gesondert verstaut worden. Ich bekam noch ein viel Glück nachgerufen und sprintete auf den Eingang des Flughafen zu. Treppe hoch und oben an der ersten (!) Sicherheitskontrolle auf den ersten Blick alles leer. Ich sah dann aber doch noch ein paar Angestellte. Schnell hin, alles auf’s Band geworfen und ich natürlich dort aufgeregt am rumspringen. Die Dame war ja ganz nett, die beiden Herren der Schöpfung hatten dafür ihren Spaß mit mir und haben mich blöd von der Seite zugekäst. Ich hab nur schnell meinen Koffer gekrallt und bin weiter. Von hinten kam nur spöttisch „Die Wasserflasche möchtest du aber mal noch irgendwo loswerden“ Ach nee!? Der nächste durfte dann das Ticket scannen. Status: kritisch. Kurzer Wortwechsel mit der Kollegin am zweiten Sicherheitscheck: „Ja na lass sie nur noch durch. Aber ich hab hier kein gate mehr angezeigt. Keine Ahnung, wo sie hin muss.“ Ich dachte, ich spinne. Naja alles auf’s Band. Der nette Typ kam nochmal mit dem Scanner und hat mir das Gate gesagt. Ich hatte das Gefühl meine Sachen wurden gar nicht wirklich gescannt sondern ich durfte einfach durch. Und dann auch nur Tasche über die Schulter, der zum Glück fast leere Koffer in beide Hände und looos. Gate 63 ist natürlich fast das letzte. Aber immerhin stand am Irish Pub der Barkeeper und diskutierte mit nem Iren, er müsse jetzt aber mal fix zu seinem Flieger. Als er mich rennend ankommen sah, meinte er nur: „There, she has to get that plane, too.“ Woher er das jetzt wieder wusste? :D Die Leute am Gate 62 hatten den ganzen gang versperrt, ich nur am rufen „Sorry, excuse me.“ Keine Reaktion.. naja, hab ihn nur ein bisschen gestreift. Und dann sitzen da ja immer nochmal nette deutsche Polizisten, die den Ausweis sehen wollen. Oh man. Dachte schon erst, ich bin zu spät. Da die eine Seite bereits abgesperrt war. Aber links war noch offen. Völlig außer Puste noch den Ausweis vorgekramt, alles okay. Und dann geh ich um die Ecke und es steht noch alles voll. Puuh. Mein Koffer kam dann sogar noch in den Laderaum, sehr angenehm. Und ich war einfach nur sowas von froh, es doch noch geschafft zu haben. Schlafen im Flugzeug war dann leider irgendwie auch nicht. Aber naja. In Dublin bin ich dann im Bus von Flughafen nach Hause total weggepennt. Aber musste ja eh am letzten Stop raus. Da an laufen nicht mehr zu denken war, ins Taxi und gefühlt von dort direkt ins Bett. um 1.30 Uhr. Was für ein Wochenende! Dienstag musste ich natürlich dann arbeiten. Aber die Jungs waren voll entspannt und es lief echt gut. Abends lag ich natürlich schon um 9 Uhr wieder im Bett. Aber das war es alles sowas von wert!

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